Halbzeit für FIT FORTHEM

Projekt des europäischen Hochschulnetzwerks FORTHEM führt erfolgreiche Arbeit in den kommenden 18 Monaten fort

22.07.2022

Das von der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-Rahmenprogramms Horizont 2020 geförderte Projekt FIT FORTHEM, kurz für "Fostering Institutional Transformation of R&I Policies in European Universities", feiert Halbzeit. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird von der EU seit Januar 2021 mit zwei Millionen Euro aus dem Horizont-2020-Programm "Science with and for Society" gefördert, um im Rahmen der von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) koordinierten europäischen Hochschulallianz FORTHEM allianzübergreifende Strategien für die Bereiche Forschung und Innovation zu entwickeln. Das Netzwerk setzt sich intensiv mit verschiedenen Open Science Policies auseinander und entwirft eine gemeinsame Forschungsagenda für alle mittlerweile neun FORTHEM-Partner, die es erlaubt, die ambitionierten Ziele der Allianz nachhaltig zu verfolgen.

"In den letzten 18 Monaten haben wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnern daran gearbeitet, die Forschungs- und Innovationsdimension der FORTHEM-Allianz zu stärken", erklärt Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Wir haben nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Bereich F&I an den Partneruniversitäten gefragt und Best Practices analysiert. Wir haben Potenziale ermittelt und Aktionspläne für alle Partner der FORTHEM-Allianz im Bereich Forschung und Innovation entwickelt, die wir nun in den kommenden 18 Monaten umsetzen wollen."

Herzstück des FIT-FORTHEM-Netzwerks ist der offene Wissensaustausch nach dem Quadruple-Helix-Innovationsmodell, das Wissenschaft, Industrie, Verwaltung und Zivilgesellschaft miteinander in Verbindung setzt, unter anderem mit Blick auf die Festlegung künftiger Forschungsagenden. Durch eine groß angelegte Umfrage an allen FORTHEM-Partneruniversitäten konnte der Status quo in Bezug auf die Internationalisierung der Wissenschaft, deren Transfer und Verbreitung in der Gesellschaft sowie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an den jeweiligen Universitäten bewertet werden. Auf der Grundlage dieser umfassenden Analyse werden Richtlinien und Handlungsempfehlungen zu den Schlüsselthemen Internationalisierung, Open Science, Zusammenarbeit mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ökosystem und Wissenschaftskommunikation weiterentwickelt. Gleichzeitig werden neue Konzepte einer stärker vernetzten und digitalisierten Wissenschaft erarbeitet, neue Formen der Kooperation und Kommunikation geschaffen.

Forschung, Innovation und Transfer

Gemeinsam genutzte Infrastrukturen, Technologien und Dienstleistungen sowie das Teilen von Wissen sind die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf dem Weg hin zu einer Europäischen Universität. Ein neu eingerichtetes virtuelles Office soll Expertenleistungen bündeln, um gemeinsame Aktivitäten, Wissensaustausch und explizit auch gemeinsame Projektanträge zu unterstützen. Mit der Einrichtung dieses Office legt FIT FORTHEM einen wichtigen Grundstein für die zukünftige Forschungs-, Innovations- und Transfermission der FORTHEM-Allianz. Diese Mission wird von den Universitäten Opole und Mainz sowie der Lucian-Blaga-Universität in Sibiu geleitet.

"Unser festes Vorhaben für die weitere Laufzeit des Projekts ist es, die Kräfte aus dem Forschungs-, Innovations- und Transferauftrag der FORTHEM-Allianz mit den Aktivitäten von FIT FORTHEM zu bündeln und die Aufgaben produktiv und zielorientiert voranzutreiben", betont Dr. Nicole Birkle, Geschäftsführende Koordinatorin des FIT-FORTHEM-Projekts an der JGU. "Bisher war FIT FORTHEM vor allem durch vertiefte Evaluations- und Bewertungsaktivitäten und einen intensiven Wissensaustausch gekennzeichnet. Jetzt ist es an der Zeit, in eine Umsetzungs- und Aktivierungsphase überzugehen und das vorhandene Potenzial mit den gebündelten Ressourcen aller Partneruniversitäten auszuschöpfen."

Über die europäische Hochschulallianz FORTHEM

FORTHEM ist eine von mittlerweile 41 europäischen Hochschulallianzen, mit denen die EU-Kommission bis 2025 einen europäischen Bildungsraum schaffen will, in dem Lernen, Studieren und Forschen über Ländergrenzen hinweg selbstverständlich ist. Die Idee dieser Europäischen Universitäten (European Universities) geht auf die Grundsatzrede "Initiative für Europa" des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vom 26. September 2017 an der Pariser Universität Sorbonne zurück, in der er vorgeschlagen hatte, bis 2024 ein europäisches Universitätsnetzwerk aufzubauen.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die koordinierende Universität der 2019 gegründeten FORTHEM-Allianz im Verbund mit der Université de Bourgogne in Frankreich, der Jyväskylän yliopisto in Finnland, der Uniwersytet Opolski in Polen, der Università degli Studi di Palermo in Italien, der Latvijas Universitāte in Lettland und der Universitat de València in Spanien. Im September 2021 hat der Verbund zudem einen Letter of Intent mit der Universitetet i Agder in Norwegen sowie der Universitatea Lucian Blaga din Sibiu in Rumänien in Vorbereitung auf eine Vollmitgliedschaft im FORTHEM-Netzwerk unterzeichnet.

Das Projekt FIT FORTHEM wird seit Januar 2021 von der EU gefördert. Basierend auf dem Austausch von Best Practices in Forschung und Innovation und der gemeinsamen Erarbeitung von Konzepten für einen wechselseitigen Zugang zu bestehenden Forschungsinfrastrukturen soll eine langfristige strategische Planung aufgesetzt werden, um Prozesse im Wissenschaftsmanagement weiter zu professionalisieren und eine solide Wissenschaftskommunikation auf- und auszubauen. Davon versprechen sich alle Partner eine verstärkte Außenwirkung und zugleich die Eröffnung neuer Karrierewege in Wissenschaft und Forschung sowie im Wissenschaftsmanagement.