Europäisches Hochschulnetzwerk FORTHEM wird mit 14,4 Millionen Euro für weitere vier Jahre von der Europäischen Kommission gefördert

FORTHEM-Partneruniversitäten wollen ihre Mobilitätsangebote sowie die gemeinsame Infrastruktur auf dem Weg hin zu einer transnationalen Europäischen Universität weiter ausbauen

27.07.2022

Die mittlerweile neun Partneruniversitäten der europäischen Hochschulallianz FORTHEM werden auch weiterhin im Rahmen von Erasmus+ durch die Europäische Kommission gefördert – mit rund 14,4 Millionen Euro für die kommende vierjährige Laufzeit voraussichtlich ab 1. November 2022. FORTHEM war im Sommer 2019 als Allianz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der Université de Bourgogne in Frankreich, der Jyväskylän yliopisto in Finnland, der Uniwersytet Opolski in Polen, der Università degli Studi di Palermo in Italien, der Latvijas Universitāte in Lettland und der Universitat de València in Spanien als eines von 17 Hochschulnetzwerken in der European Universities Initiative ausgewählt worden, den Europäischen Hochschulraum mit Visionen und Ideen neu zu denken, zu gestalten und mit Leben zu füllen. Im vergangenen Jahr sind die Universitetet i Agder in Norwegen sowie die Universitatea Lucian Blaga din Sibiu in Rumänien zum FORTHEM-Netzwerk hinzugekommen. Die Angebote von FORTHEM richten sich an alle Mitglieder der Partneruniversitäten – Studierende und Lehrende, Forschende und Verwaltungspersonal – sowie darüber hinaus an Interessierte aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Weiterbildung, Kunst und Kultur.

"In den vergangenen drei Jahren hat die FORTHEM-Allianz bereits erfolgreich Kooperationsstrukturen aufgebaut, die vom großen gegenseitigen Vertrauen und dem außerordentlichen Engagement aller Partneruniversitäten profitieren. Dafür danke ich allen Akteuren an allen Hochschulen von ganzem Herzen", betont Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Mit FORTHEM hat die Idee der Europäischen Universitäten heute bereits ein Gesicht und wir alle profitieren dauerhaft vom Austausch mit unseren Nachbarn in Nord- und Süd-, West- und Osteuropa."

Die aktuelle Ausschreibungsrunde mit einem Rekordbudget von insgesamt 272 Millionen Euro setzt insbesondere zwei Themenschwerpunkte: die Intensivierung sowie die Weiterentwicklung der institutionellen transnationalen Zusammenarbeit der Partneruniversitäten. Gemäß dem strategischen Rahmen der Europäischen Kommission für den Europäischen Bildungsraum verfolgt FORTHEM auf seinem Weg der Transformation in eine Europäische Universität fünf Missionen: European Campus; Skills & Competences; Research, Innovation & Transfer; Labs & Co-Creation; Service to Society.

Etablierung eines International Classroom und neuer Themenfelder in den FORTHEM Labs

"Eines unserer Hauptziele ist die Etablierung eines International Classroom unter dem Motto 'Bringing Europe Home', der allen Studierenden die Möglichkeit gibt, in einem europäischen und internationalen Umfeld zu studieren – auch von der eigenen Heimatuniversität aus", beschreibt Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der JGU, diese Vision. "Denn es ist gerade dieses Erleben von Interkulturalität, Mehrsprachigkeit und Lebensvielfalt, das uns alle zu aufgeschlossenen Europäerinnen und Europäern und Global Citizens macht."

Eine weitere zentrale Aufgabe in der neuen Förderperiode wird die Identifizierung weiterer Themenfelder sein, in denen die FORTHEM-Universitäten Impulse aus Lehre und Forschung mit der Perspektive der Gesellschaft in Dialog bringen – beispielsweise in den FORTHEM Labs zu zentralen Gegenwartsfragen wie Klimawandel, Migration und Digitalisierung. Hier entwickeln Mitglieder der FORTHEM-Universitäten gemeinsam mit Kooperationspartnern in Bildungseinrichtungen, Non-Profit-Organisationen und Unternehmen zukunftsorientierte Lösungsansätze. Dieser in die Zukunft gerichtete Ansatz spiegelt sich auch im Bemühen der Vermittlung von Kompetenzen und Fähigkeiten wider – um Exzellenz in Lehre und Wissenschaft zu sichern und Studierenden sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs die notwendigen Werkzeuge zur Bewältigung neuer Herausforderungen an die Hand zu geben und so auch ihre Chancen und Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Arbeitsmarkt zu steigern.

Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Allianz

Zudem wird ein Fokus auf die Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Allianz gerichtet. "Nachdem das Projekt FIT FORTHEM in den vergangenen anderthalb Jahren primär strukturbildende Maßnahmen im Forschungssektor etabliert hat, wollen wir jetzt insbesondere an die Zielgruppe der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler herantreten, sie auf verschiedene Karrierewege vorbereiten und dafür werben, Forschungserfahrung im europäischen Umfeld zu sammeln", betont Prof. Dr. Stefan Müller-Stach, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der JGU. "Auf diesem Wege treiben wir zudem die Internationalisierung der Forschung an der JGU weiter voran." 

Das Projekt FIT FORTHEM – "Fostering Institutional Transformation of R&I Policies in European Universities" – wird von der Europäischen Kommission seit Januar 2021 mit zwei Millionen Euro im EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 "Science with and for Society" gefördert. Ziel des Projekts ist es, im Rahmen von FORTHEM allianzübergreifende Strategien für die Bereiche Forschung und Innovation zu entwickeln. Das Netzwerk setzt sich intensiv mit verschiedenen Open Science Policies auseinander und entwirft eine gemeinsame Forschungsagenda für alle mittlerweile neun FORTHEM-Partner, die es erlaubt, die ambitionierten Ziele der Allianz nachhaltig zu verfolgen.

 

Über die europäische Hochschulallianz FORTHEM

FORTHEM ist eine von mittlerweile 44 europäischen Hochschulallianzen, mit denen die EU-Kommission bis 2025 einen europäischen Bildungsraum schaffen will, in dem Lernen, Studieren und Forschen über Ländergrenzen hinweg selbstverständlich ist. Die Idee dieser Europäischen Universitäten (European Universities) geht auf die Grundsatzrede "Initiative für Europa" des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron vom 26. September 2017 an der Pariser Universität Sorbonne zurück, in der er vorgeschlagen hatte, bis 2024 ein europäisches Universitätsnetzwerk aufzubauen.

Die FORTHEM-Allianz möchte ihre Mitglieder sowie Menschen in ganz Europa – über Sprachen, Grenzen und Disziplinen hinweg – zusammenbringen, um die europäische Idee mit Leben zu füllen, den Austausch auf Augenhöhe zu fördern und das Bekenntnis zu gemeinsamen demokratischen Werten zu manifestieren. Die Partneruniversitäten fördern die Studierenden- und Mitarbeitermobilität an ihren jeweiligen Hochschulen und bilden ihre Studierenden zu weltoffenen und verantwortungsvollen European bzw. Global Citizens aus, die Internationalität und Interkulturalität achten und wertschätzen und auf dieser Basis gemeinsam an Lösungen zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten.

Das FORTHEM-Netzwerk ist stark regional vernetzt in jedem der Heimatländer der neun Partneruniversitäten, die ihrerseits teils bereits seit vielen Jahren miteinander kooperieren und zugleich offen sind für neue Formen der Kollaboration und des Austauschs – mit dem beständigen Ziel der Stärkung des multilateralen europäischen Netzwerks in seiner Innovationsfähigkeit und engen Verzahnung von Lernen und Lehren, Forschen und praktischer Anwendung.