Brian Luke erhält Heisenberg-Professur

Adjunct Director am Institut für Molekulare Biologie untersucht Struktur und Funktion von Telomeren

13.02.2017

Dr. Brian Luke, Gruppenleiter am Institut für Molekulare Biologie (IMB) in Mainz, erhält eine renommierte Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Luke hat nun fortan eine Professur im Fachbereich Biologie der Johannes Gutenberg Universität Mainz (JGU) inne und ist als Adjunct Director am Institut für Molekulare Biologie tätig, wo er weiterhin die Struktur und Funktion von Telomeren untersuchen wird.

Telomere sind Schutzkappen an den Enden linearer Chromosomen. Freie DNA-Enden werden von der Zelle normalerweise als beschädigt erkannt, sodass eine DNA-Schadensantwort ausgelöst wird, die die Zelle daran hindert, sich weiterhin zu teilen und den Schaden an andere Zellen weiterzugeben. Als natürliche Chromosomenenden schützen Telomere die DNA-Enden vor einer derartigen Antwort. Probleme bei der Telomerfunktion können zu Gewebeverlusten aufgrund erhöhter Raten zellulärer Seneszenz sowie zu chromosomalen Anomalien im Zusammenhang mit dem Altern führen. Darüber hinaus schaffen es Krebszellen, ihre Telomere zu verlängern und dadurch unsterblich zu werden.

Durch die Heisenberg-Professur wird die Forschung von Dr. Brian Luke über mehrere Aspekte der Telomerstruktur und -funktion unterstützt. Seine Forschergruppe wird die Rolle einer kürzlich entdeckten nicht-kodierenden, Telomerwiederholungen enthaltenden RNA (TERRA) untersuchen, die aus Telomeren transkribiert wird und die für die Telomerfunktion wichtig ist. Darüber hinaus wird die Arbeitsgruppe um Luke die Bildung von Telomer-Loops untersuchen, bei denen man davon ausgeht, dass sie eine Rolle beim Schutz der Chromosomenenden vor dem Abbau spielen. Diese Forschung soll einen Beitrag leisten zur Frage, wie die Struktur von Telomeren sowohl beim Altern als auch in Krebszellen mit ihrer Funktion in Zusammenhang steht.

Brian Luke hat im Jahr 2005 seine Doktorarbeit in Biochemie an der ETH Zürich abgeschlossen und war im Anschluss als Postdoc an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) beschäftigt. Hier hat er eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung der nicht-kodierenden RNA TERRA gespielt, die weiterhin einen seiner wichtigsten Forschungsschwerpunkte darstellt. Seine erste unabhängige Forschungsgruppe leitete Luke am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH). Im Jahr 2013 wurde Luke von der European Molecular Biology Organization als EMBO-Nachwuchsforscher ausgezeichnet und ist Träger des Chica und Heinz Schaller Förderpreis 2014. Seit 2015 forscht Luke am Institut für Molekulare Biologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Das Institut für Molekulare Biologie gGmbH

Das Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB) ist ein 2011 auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) gegründetes Exzellenzzentrum der Lebenswissenschaften. Die Spitzenforschung am IMB konzentriert sich auf drei wichtige Schwerpunkte: Epigenetik, Entwicklungsbiologie und Genomstabilität. Das Institut ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit öffentlicher Behörden mit einer Privatstiftung. Die Boehringer Ingelheim Stiftung stellt über einen Zeitraum von zehn Jahren eine Summe von 100 Millionen Euro bereit, um die Betriebskosten für die Forschung am IMB abzudecken, während das Bundesland Rheinland-Pfalz rund 50 Millionen Euro in den Bau eines zukunftsweisenden Gebäudes investierte.

Die Boehringer Ingelheim Stiftung

Die Boehringer Ingelheim Stiftung ist eine rechtlich selbstständige, gemeinnützige Stiftung und fördert die medizinische, biologische, chemische und pharmazeutische Wissenschaft. Errichtet wurde sie 1977 von Hubertus Liebrecht, einem Mitglied der Gesellschafterfamilie des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Mit ihrem Perspektiven-Programm „Plus 3“ und den „Exploration Grants“ fördert sie bundesweit exzellente unabhängige Nachwuchsforschergruppen. Außerdem dotiert sie den international angesehenen Heinrich-Wieland-Preis sowie Preise für Nachwuchswissenschaftler und fördert für zehn Jahre den wissenschaftlichen Betrieb des Instituts für Molekulare Biologie (IMB) an der Universität Mainz mit 100 Millionen Euro. Seit 2013 fördert sie ebenfalls über zehn Jahre die Lebenswissenschaften an der Universität Mainz mit insgesamt 50 Millionen Euro.